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Einfach nur schön: Jónsi’s Album „Go“

Jónsi – Go Do from Jónsi on Vimeo.

Anfangs April hat Jónsi (der Lead-Sänger von Sigur Rós, Island) sein erstes Solo-Album „Go“ veröffentlicht. Nebenbei: Eigentlich schon das zweite…das erste Album ohne Sigur Rós nahm er unter dem Namen „Jonsi & Alex“ zusammen mit seinem Lebenspartner Alex Sommers auf: Projektname Riceboy Sleeps. Als Sigur Rós Fan habe ich natürlich schon lange auf das Album „Go“ gewartet und  auch die (in Samt daherkommende!) Special Edition inkl. dem Kurzfilm „Go Quiet“ vorbestellt gehabt :-)

Der Musik von Jónsi einer Stilrichtung zuzuordnen ist schwer bis unmöglich. Ich würde es als eine Mischung zwischen Instrumental, Ambient, Experimental, Alternative, einer Prise Indie und neu ein klein wenig Pop bezeichnen. Die Pop-Komponente macht dieses Album sicher auch ein wenig zugänglicher für jene, die Jonsi zum ersten Mal hören. Die Stücke wurden mit allen möglichen Instrumenten (Streicher, Klavier, etc) und Utensilien (zuweilen mussten auch Koffer als Soundquelle herhalten) aufgenommen – und so unterschiedlich klingen die Stücke auch.
Die Experimentierfreudigkeit hat Musik hervorgebracht, welche dem verspielten Stil von Sigur Rós sehr ähnlich ist, aber zum Teil noch viel mehr Freude ausstrahlt. Trotzdem enthält die Scheibe auch ruhigere Stücke, die aber nicht weniger eindrücklich sind. Der Song „Kolniður“ ist eines jene  Songs, welche den Spaghat zwischen entspanntem Einstieg und fulminantem Abschluss schaffen; ebenso „Grow Till Tall“ – meine Lieblingsnummer des Ablums. In „Sinking Friendships“ flötet Jónsi melancholisch in höchsten Tönen, um in „Boy Lilikoi“ seinen Spieltrieb auszuleben.
Jónsi hat seiner Kreativität freien Lauf gelassen..herausgekommen ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk.

Neugierig geworden? Das Album kann unter folgendem Link gestreamt werden: Jonsi – Go

Das Tüpfchen aufs i hat nun gestern das Konzert (Zürich – Kaufleuten) gesetzt. Ich war im Vorfeld etwas skeptisch, ob sich die Stücke live wirklich so umsetzen lassen, dass sie so authentisch wie auf dem Album klingen – meine Erwartungen wurden um ein vielfaches übertroffen.
Die Performance war eine Mischung zwischen Konzert und Kunstdarbietung. Das Bühnenbild erinnerte an eine alte abgebrannte Fabrikhalle; an den Seiten und hinter den Musikern wurden künstlerisch animierte Szenen auf die „Fabrikfenster“ projeziert – die perfekt zur Musik passen. Da krabbeln abstrakte Ameisen über die Bühne, Wölfe jagen Rehe, die Bühne füllt sich mit Wasser, Kolibris schwirren umher… Die Musiker sind vom feinsten, und ich glaube jeder von ihnen beherrscht mindestens 5 oder mehr Instrumente – so dass sie diese während des Konzertes mehrmals untereinander tauschten. Einen kleinen Eindruck, wie es auf der Bühne so zu und her gegangen ist und wie die Animationen das Set sehr unterschiedlich erscheinen lassen, zeigt diese Gallery des Konzertes in London.

Die ganzen 90 Minuten kamen mir vor wie ein Traum…die wunderschöne Musik, abstrakte Animationen, Musiker die sich in Trance spielen…man befindet sich irgendwo zwischen Fantasie und Wirklichkeit…ein ruhiger Beginn, dann ein paar der schnelle Songs zum Abtanzen, als nächstes ein paar Stücke um zu Atmen zu kommen und zum Abschluss „Grow Till Tall“, das in einem visuellen und klanglichem Feuerwerk endet – man weiss nicht wie einem geschieht…man will weinen ab all der Schönheit die man da gerade erlebt hat und gleichzeit nur still geniessen und die all Energie in sich aufsaugen die einem die letzten 90 Minuten gegeben haben…

Ein paar wenige Animationen kann man auch im Preview Video von Jonsis Tour sehen:

Jónsi live show by 59 Productions from Jónsi on Vimeo.

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